Dienstag, 14. November 2017

Rezension zu „In my dreams – Wie ich mein Herz im Schlaf verlor“ von Claudia Siegmann



Verlag: Ravensburger
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 20.09.2017
Seiten: 352
Print: 15,00 €
Ebook: 11,99 €
Reihe: nein



Inhalt


Meine Probleme auf einen Blick:
1. Ich kann Geister sehen.
2. Ich träume jede Nacht, dass mein Zuhause in Flammen steht.
3. Ich habe angefangen zu schlafwandeln.
4. Und ich bin deswegen in Bens Armen aufgewacht ...

Mit übernatürlichen Dingen kennt Lu Runmore sich aus, schließlich spukt es in ihrem Zuhause, dem gemütlichen Hotel "Runmore Manor". Doch neuerdings träumt Lu jede Nacht von dem furchtbaren Feuer, das das alte Herrenhaus vor 111 Jahren beinahe zerstört hätte. Außerdem riechen ihre Haare ständig nach Rauch, an den Wänden tauchen merkwürdige Symbole auf, und Gegenstände aus Lus Träumen erscheinen in der Realität. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Ben, der nachts durch die Hotelgänge schleicht und Lu nicht aus den Augen lässt ...


Meine Meinung


Obwohl das Cover superschön ist, bin ich nicht allein deswegen darauf aufmerksam geworden, sondern aufgrund einiger Empfehlungen. Ich mag Geschichten mit Geistern sehr gerne und der Klappentext hat mich sofort angesprochen.

Lu Runmore ist auf den ersten Blick ein typischer Teenager. Schnell wird allerdings klar, dass das Erbe ihrer Familie um Runmore Manor tiefer geht, als es zunächst den Anschein hat.

Die Autorin hat einen wunderbar fesselnden und bildhaften Schreibstil. Ich konnte die großartige Kulisse des Hotels direkt vor mir sehen und auch die schaurig-schöne Atmosphäre spüren. Dabei muss ich sagen, die Geschichte an sich fand ich zu keinem Zeitpunkt gruselig, was ich auch gar nicht erwartet habe. Es ist eine gefühlvolle, teils auch romantische Story, die mich von Anfang bis zum Ende gefesselt hat.

Die Geheimnisse um die Geister und auch der Lebenden wurden so toll verpackt, dass man als Leser richtig mit rätseln konnte. Das Buch war durchwegs spannend und konnte mich ebenfalls mit der ein oder anderen überraschenden Wendung begeistern. Es gibt einige schaurig-schöne Momente, in denen man selbst die Luft anhalten musste. Am Ende waren alle meine Fragen zufriedenstellend beantwortet und es war alles schlüssig.

Fazit: In my dreams ist eine geisterhafte Jugendfantasy-Geschichte, die mit tollen Charakteren, einem einnehmenden Schreibstil und überraschenden Momenten glänzt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es ist eine sehr kindliche Geschichte, davon sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Gefühle werden in diesem Buch groß geschrieben und mich haben sie durchwegs erreicht. Das Hotel Runmore Manor bringt die perfekte Stimmung zur Story mit und ich war von der Kulisse mehr als begeistert. In meinen Augen hat die Autorin hier alles richtig gemacht. Für mich zählt das Buch zu den absoluten Must-Reads in 2017.


Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Freitag, 10. November 2017

Rezension zu „Flugangst 7A“ von Sebastian Fitzek



Verlag: Droemer Knaur
Genre: Psychothriller
Erscheinungsdatum: 25.10.2017
Seiten: 400
Print: 22,99 €
Ebook: 16,99 €
Reihe: nein



Inhalt


Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet.
Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen.
Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben ...


Meine Meinung


Bei dem Cover kann man echt nicht meckern. Es passt absolut perfekt zum Inhalt und fällt auch Neulingen, die den Autor vielleicht noch nicht kennen, sofort ins Auge.

Als großer Fitzek-Fan habe ich mich natürlich riesig gefreut auf sein neues Werk. Ich muss ja gestehen, dass man manchmal schon Angst hat und sich fragt, wird er an seine vorherigen Bücher anknüpfen können? Kann er dieses hohe Niveau, das er vor langer Zeit angelegt hat, auch weiterhin halten? Die Antwort ist für mich ein ganz klares JA, er kann! Er hat es auch dieses Mal wieder geschafft, mich von Anfang an mit seinem Schreibstil, der ganzen Grundidee und den gigantischen Wendungen zu überzeugen.

Mit Mats Krüger hat er einen sympathischen Protagonisten erschaffen, mit dem man durchgehend mitfiebern kann. Die Fakten zu seinen Geschichten, Statistiken und unterschwellige kritische Themen, die Fitzek immer wieder einbaut, fehlen auch dieses Mal nicht, und es fasziniert mich immer wieder, wie geschickt diese Dinge mit der gesamten Story verwoben werden.

Auch ist die Grundidee jedes Mal neu und nicht mit seinen bisherigen Büchern zu vergleichen. Er führt immer wieder an der Nase herum, bringt Wow- und Schockmomente und überrascht mit geschickt eingefädelten Auflösungen. Ich dachte mir so oft, ich hätte es durchschaut, und kurz darauf musste ich meine Gedankengänge wieder verwerfen. Mit dem Ende war ich absolut zufrieden, es war ganz typisch für diesen Autor, die wichtigsten Fragen wurden geklärt und trotzdem ist nicht alles heile Welt.

Fazit: Flugangst 7A ist ein Psychothriller, der absolut genial umgesetzt wurde. Es wurden vielseitige kleine Geschichten zu einer großen ganzen vermischt. Gewohnt verworren entführt uns Sebastian Fitzek in die tiefsten Abgründe des menschlichen Verstandes und hat es dabei nicht verlernt, mit dem Leser zu spielen. Ganz klares Must-Read!


Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Montag, 6. November 2017

Rezension zu „Bitterfrost“ von Jennifer Estep



Verlag: Piper
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 02.10.2017
Print: 16,99 €
Ebook: 12,99 €
Seiten: 384
Reihe: ja Band 1, Spin Off zur Mythos Academy

Inhalt


Mit ihrer »Frost«-Reihe begeisterte Jennifer Estep unzählige Fans in Deutschland. Doch ist der Kampf gegen Lokis Schnitter wirklich vorüber? Auf der Mythos Academy in Colorado geschehen besorgniserregende Ereignisse, aber nur wenige erkennen die Zeichen. Rory Forseti ist eine von ihnen. Trotz ihres jungen Alters hat sich die Spartanerin bereits im Kampf gegen Loki bewiesen. Dennoch ist sie eine Außenseiterin an ihrer Schule, denn ihre Eltern waren Schnitter – Verbrecher im Dienste Lokis. Rorys Vorsätze, endlich Freunde zu finden, werden über den Haufen geworfen, als sie Zeugin eines Mordes wird. Und wie sich herausstellt, stecken auch noch Lokis Schergen dahinter! Rory kann nicht zulassen, dass erneut Menschen durch die Schnitter leiden. Als eine Spezialeinheit sie für den Kampf gegen den Feind rekrutiert, gibt es für Rory kein Zurück mehr.


Meine Meinung


Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Ich bin ein riesiger Fan der Mythos Academy, die Reihe zählt zu meinen absoluten Lieblingen. Alleine das Cover passt perfekt und hat mich schon verzaubert.

Schon nach den ersten paar Seiten war ich gefangen. Es fühlte sich an wie nach Hause kommen und die Autorin hat es für mich perfekt geschafft, die Mythos neu aufleben zu lassen, mit einer sympathischen starken Rory Forseti.

Es gibt natürlich sehr viele Parallelen zur den Vorgängern, aber mit neuen wundervollen Charakteren wurde hier eine ebenso faszinierende und einnehmende Atmosphäre geschaffen. Man fühlt sich wohl beim Lesen, die Spannung ist durchwegs vorhanden, man fühlt sich den Personen absolut verbunden und die Gefühle kommen perfekt rüber. 

Natürlich ist hier die Grundidee nicht neu und auch große Überraschungen bleiben aus! Man muss aber sagen, es handelt sich um ein Spin-Off und allein der Klappentext gibt absolut wieder, dass dies ganz eindeutig eine neue Mythos-Geschichte ist. Diese Kritik kann ich daher nicht nachvollziehen, denn man weiß vorher ganz genau, worauf man sich einlässt.

Was überraschende Wendungen und die Vorhersehbarkeit betrifft, so stört mich auch dies hier in keiner Weise.
Es gibt unzählige Bücher, gerade im Fantasy-Bereich, die nicht immer mit großen Schockmomenten ankommen. Dieses Buch gehört für mich zu denen, die das absolut nicht nötig haben. Ich liebe einfach den Schreibstil von Jennifer und vergöttere ihr Talent, mich immer wieder zu verzaubern mit ihrer Wortmagie! Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen!

Fazit: Mit Bitterfrost ist Jennifer Estep der perfekte Auftakt zum neuen Spin Off der Mythos Academy gelungen! Alle, die etwas Neues erwarten, sollten die Finger davon lassen, denn der Klappentext hält, was er verspricht! Alle Mythos Fans werden dieses Buch lieben und sich geborgen und zu Hause fühlen und mit dem genialen Team um Rory mitfiebern! 
Ich habe jede einzelne Seite genossen, der wundervolle Schreibstil hat mich von Anfang an magisch verzaubert und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung! Absolutes Must-Read und für mich ganz klare verdiente 5 von 5 Sternen! 


HIGHLIGHT

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Rezension zu „Das Angstexperiment“ von J. A. Konrath



Verlag: SP
Genre: Horror
Erscheinungsdatum: 06.06.2017
Print: 9,99 €
Ebook: 4,99 €
Seiten: 322
Reihe: nein

Inhalt


Eine Million Dollar: So viel bekommt jeder von ihnen, wenn er eine einzige Nacht in dem Butler-Haus überlebt, diesem Ort des Schreckens. Unvorstellbar sadistische Morde wurden hier begangen, seitdem soll etwas Böses in dem alten Gemäuer spuken. Für die acht Testpersonen kein Problem, glauben sie: Sie haben gelernt, sich zu verteidigen.
Das Experiment beginnt – und das Grauen erwacht. Etwas greift sie an, nimmt sie gefangen, weckt in ihnen Angst jenseits aller Vorstellungskraft. Aber sind es wirklich Geister, die ihren Tod wollen? Oder ist es etwas Reales? Sie haben nur zwei Möglichkeiten, um der Panik und dem Schmerz zu entkommen: möglichst schnell zu sterben. Oder zu kämpfen …

Meine Meinung


Der Klappentext klang mehr als vielversprechend. Ein altes Haus mit einer düsteren Vorgeschichte, in dem es spuken soll und eine Gruppe von Menschen, die dort einen Nacht verbringen sollen. Das hörte sich nach einem klassischen Horrorgrusel an.

Der Schreibstil war auch total angenehm und hat es mir leicht gemacht, in die Geschichte einzutauchen. Allerdings wird die erste Hälfte des Buches nur über die Vorgeschichten der beteiligten Personen erzählt, die stellenweise auch ganz spannend waren, aber mir persönlich einfach zu langatmig! In besagtes Butler-Haus kommen die Personen also erst ab der zweiten Buchhälfte, was mich schon ziemlich gestört hat!

Was die Charaktere anbelangt, haben die meisten bereits vorher schon Grauenhaftes erlebt und sind dementsprechend psychisch angeschlagen. Einzig der Polizist Tom macht einen „normalen“ Eindruck.
So richtig mitfiebern konnte ich allerdings mit keinem.

Das Butler-Haus verschafft die perfekte Kulisse für eine gruselige, angsteinflößende Geschichte, nur leider kam davon bei mir gar nichts an. Es wird zwar blutig, brutal, stellenweise verwirrend, auch mit einigen Überraschungen, aber trotzdem konnte mich das Buch einfach nicht für sich gewinnen. 

Fazit: Das Angstexperiment verspricht einen gruseligen Horror-Ausflug mit einer traumhaft düsteren Atmosphäre in Form des verlassenen Butler-Hauses. Leider ist bei mir nichts angekommen, weder der Grusel noch der blutige Horror konnten mich überzeugen. Die Charaktere sind vielschichtig, aber blass. Einzig der angenehme Schreibstil hat mich dazu gebracht es weiterzulesen und zu beenden. Bis zum Schluss habe ich gehofft, dass die tolle Grundidee und diese perfekte Kulisse mir doch noch einen Schauer über den Rücken jagen, aber leider vergebens. Es war einfach nicht mein Geschmack und ich kann es daher leider auch nicht weiterempfehlen! 


Dienstag, 24. Oktober 2017

Rezension zu „In Hexenwäldern und Feentürmen: Eine märchenhafte Anthologie“



Verlag: Drachenmond
Genre: Fantasy / Märchenadaptionen
Erscheinungsdatum: 12.10.2017
Seiten: 508
Print: 14,90 €
Ebook: 4,99 €
Reihe: nein / 19 Kurzgeschichten



Inhalt


Tief verborgen in verwunschenen Wäldern leben magische Wölfe, weben finstere Hexen mächtige Zauber und suchen mutige Recken nach Erlösung. Lausche dem Gesang der Sirenen, triff den König der Feen und tanze mit den Wesen der Anderswelt im Mondlicht. Doch achte auf deine Schritte. Denn wer sich in den Schatten dieser Welt verliert, bleibt auf ewig verschwunden.


Meine Meinung


Das Cover ist mir wieder einmal sofort ins Auge gesprungen. Nachdem ich von der ersten Märchen-Anthologie total begeistert war, habe ich mich riesig auf diese hier gefreut.

Man kann wieder sagen, es ist für jeden Märchen- und Fantasy-Fan etwas Passendes dabei. Düstere Geschichten, magische Geschichten, gefühlvolle Geschichten, es bleiben keine Wünsche offen. Die vielseitigen Schreibstile der Autoren bieten Abwechslung und auch jede Menge Überraschungen.

Meine Lieblinge dieses Mal waren „Der gläserne Turm“, „Der Preis“, „Ascherfeld“, „Der Grimmfluch“, und „Das Rattenbiest“. Genauer auf die einzelnen Storys eingehen möchte ich auch dieses Mal nicht. Ich finde gerade bei Kurzgeschichten besteht die Gefahr, dass der Zauber und die Magie verpuffen, wenn man vorher schon vorgesetzte Erwartungen hat.

Im Gegensatz zur ersten Anthologie gab es dieses Mal aber ein paar Märchen, die nicht so ganz meinen Geschmack getroffen haben. Abbrechen musste ich allerdings keines und lesenswert sind meiner Meinung nach auch alle.

Fazit: Hinter Hexenwäldern und Feentürmen ist die zweite Märchen-Anthologie des Verlags. Auch wenn sie nicht ganz an seinen Vorgänger herankommt, so waren es insgesamt betrachtet aber wieder einige magische Lesestunden, die viele wundervolle und abwechslungsreiche Kurzgeschichten bereithielten. Für mich ist auch dieses Buch absolut empfehlenswert.



Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Freitag, 20. Oktober 2017

Rezension zu „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ – Märchen-Anthologie mit 18 Geschichten



Verlag: Drachenmond
Genre: Fantasy / Märchen
Erscheinungsdatum: 26.11.2016
Seiten: 400
Print: 14,90 €
Ebook: 4,99 €
Reihe: nein, Anthologie mit 18 Kurzgeschichten





Inhalt


Traust du dich, einen Blick hinter den Spiegel zu werfen? Entdecke eine Welt, in der die Feen zum Klang fluchbeladener Harfen tanzen und Geheimnisse wohl verborgen hinter Brombeerhecken schlummern. Folge den Spuren derer, die du zu kennen glaubst. Doch gib acht – im Märchenreich ist nichts so, wie du es erwartest…


Meine Meinung


Das Cover ist einfach nur ein Traum und als Fan vom Drachenmond und von Märchen, war ganz klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.

Es handelt sich um eine Kurzgeschichtensammlung mit 18 Märchen-Adaptionen. Eigentlich müsste man auf jede einzelne Geschichte eingehen, da es unterschiedliche Autoren sind, die alle ihren eigenen Schreibstil haben, aber ich möchte an dieser Stelle keine Angaben zu den einzelnen Storys machen. Man sollte das Werk unvoreingenommen genießen und sich überraschen lassen.

Ich möchte aber ganz klar behaupten, dass hier für jeden Fantasy- und/oder Märchen-Fan etwas dabei ist. Die Auswahl der Geschichten fand ich absolut großartig und es war nichts dabei, das mir überhaupt gar nicht zugesagt hat! Meine Highlights aber waren: „Die Kinderfresserin“, „Das Gewissen der Welt“, „Das Glück lebt still im tiefen Wald“, „Das Rosenkind“ und „Das knöcherne Mütterlein“. Diese habe ich ganz besonders schnell aufgesogen und besonders positiv in Erinnerung behalten.

Fazit: Die Märchen-Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ ist eine zauberhafte Ansammlung von 18 Märchen, die, jede für sich, in seinen Bann zieht. Es gibt tolle Schreibstile, da werde ich einige Autoren sicher im Hinterkopf behalten, und vor allem auch geniale Storys, in denen man Altbekanntes ganz neu entdeckt. Einige der Geschichten haben mir mehr gefallen als andere, aber so ein richtiger Flop war für mich nicht dabei. Für jedes Fantasy-Herz findet sich hier etwas und lässt einen träumen. Was auch super ist, man muss nicht unbedingt das ganze Buch sofort lesen, sondern kann sich immer mal wieder in einem Märchen verlieren. Daher kann ich diese Anthologie auch auf jeden Fall empfehlen!



Mittwoch, 18. Oktober 2017

Rezension zu „Nimmerlands Fluch“ von Salome Fuchs



Verlag: Drachenmond
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 10.10.2017
Seiten: 244
Print: 12,90 e
Ebook: 3,99 €
Reihe: nein



Inhalt


Was wäre, wenn alles, was du in deiner Kindheit über Peter Pan gehört hast, eine einzige Lüge ist?
Peter Pans Macht knechtet nicht nur Nimmerland – auch in die Menschenwelt gelangt er immer wieder, um sich dort von Kinderseelen zu ernähren.
Es gibt nur einen Ausweg aus diesem Albtraum: Fay.
Doch die kann nicht glauben, dass sie es sein soll, die Pan besiegen wird. Und hinter jeder Ecke scheint ein Geheimnis zu lauern, das darauf wartet, seine spitzen Krallen tief in das Fleisch der ahnungslosen Opfer zu schlagen.


Meine Meinung


Auf diese „Peter Pan“-Adaption war ich sehr gespannt. Das Cover wirkt magisch und fantasievoll. Die Farbgebung gefiel mir sofort sehr gut und es passt auch toll zur Geschichte.

Nach den ersten Seiten war ich schon mehr als überrascht, gleichzeitig aber auch absolut begeistert. Es wurde schnell deutlich, dass es sich bei dieser Interpretation von Peter Pan um ein deutlich düstereres Werk handelt. Denn dieses Mal ist der Held und Kindheitsgefährte alles andere als freundlich gesinnt. Stellenweise ist das Märchen richtig brutal. Manchmal war ich geschockt und mein Herz ist gebrochen, angesichts der Grausamkeiten. Auch Wendy ist nicht die, als die man sie kennt, dafür gibt es hier einige neue Charaktere, die toll dargestellt wurden. Die Prota,Fay, ist 14 Jahre alt und ahnt erst einmal nichts von ihrem Erbe und der Prophezeiung, die sie bald nach Nimmerland führen wird. Sie hat ein großes Herz und musste in ihren jungen Jahren schon so einige Ungerechtigkeiten ertragen. Auch der altbekannte grausame Hook ist in dieser Version ein gänzlich anderer Mensch, genauso wie Glöckchen, die ebenfalls ein besonderes Schicksal ereilte.

Es war von Anfang an so spannend, dass die Zeit wirklich nur so verflogen ist. Es wurden alte Elemente von Peter Pan mit neuen verknüpft und daraus entstand etwas komplett Neues. Einige neue Dinge haben mich sofort für sich gewonnen, so auch der kleine Jack, der Schwuhuu. Was und/oder wer das ist, müsst ihr allerdings selbst herausfinden, aber ich fand ihn einfach zum Knuddeln. So gibt es also neben den düsteren auch viele zauberhafte Überraschungen.

Eine kleine Kritik gab es für mich dann aber doch. Fay begibt sich auf ihr Abenteuer, um Pan entgegenzutreten, allerdings ging mir dabei, gerade zum Ende hin, Einiges zu einfach und zu schnell. Diese Geschichte des Nimmerlands hat mit so viel Düsternis begonnen, und im Kampf Gut gegen Böse ging diese irgendwie verloren, in meinen Augen. Trotzdem sind die Gefühle im Allgemeinen bei mir angekommen und zum Schluss gab es noch mal einige Momente, bei denen mir richtig warm ums Herz wurde.

Fazit: Nimmerlands Fluch ist eine tolle Peter Pan-Adaption, die mich gleich zu Beginn absolut positiv überrascht hat. Zum Teil sehr düster und grausam, aber auch mit viel Gefühl, wird diese Geschichte neu erzählt und punktet mit einem grandiosen Schreibstil und vielen wundervollen neuen und zauberhaften Elementen. Man begibt sich mit Fay auf ein Abenteuer zur Rettung des Nimmerlands und stößt dabei auf viele Überraschungen. Zum Ende hin ging es mir leider etwas zu schnell, das war mir persönlich ein wenig zu einfach dargestellt, aber gleichzeitig haben mich andere Dinge wiederum sehr berührt. Auch alle Fragen wurden nicht vollständig beantwortet, was aber meiner Meinung nach wundervoll zur gesamten Story gepasst hat. Denn gerade in einer etwas düsteren „Märchen-Adaption“ muss ja nicht immer alles eindeutig und perfekt enden, sondern es darf ruhig etwas Raum für eigene Interpretationen bleiben. Insgesamt kann ich dieses Buch also auf jeden Fall empfehlen.


Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!